Marco Zacharias
Bürgermeister für die Wedemark

Stichwahl am 26.09.21

Marco Zacharias

Eintauchen ins Dorfleben! – Gartengespräche mit Vereinsvertretern

Die Pandemie hat das persönliche Kennenlernen wirklich erschwert. Was hätte ich gerne große Veranstaltungen und Feste ausgerichtet, um mich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen! Mein Versprechen nach meiner Nominierung war schließlich: Ich tauche ein ins Dorfleben und höre zu.

Doch Not macht bekanntermaßen erfinderisch, und so laden mein Team und ich unter anderem zu regelkonformen Gartengesprächen mit Vereinsvertreterinnen und -Vertretern sowie Repräsentanten der Feuerwehren ein. Ob Unterstützung für das Ehrenamt vor Ort, Erhalt der dörflichen Infrastruktur, bezahlbarer Wohnraum oder Verkehrssicherheit für Kinder: Die Palette an Themen ist lang, die Sehnsucht nach einem Dialog auf Augenhöhe groß. Die Aktiven in den Dörfern wissen, wo der Schuh drückt, und sprechen nicht nur für sich. Der Gemeinschaftssinn ist beeindruckend.

Bei kühlen Getränken und leckerem Essen spüre ich eine Gemeinsamkeit der Wedemärkerinnen und Wedemärker immer wieder: Sie lieben die Wedemark und arbeiten in ihren Vereinen mit viel Herzblut dafür, dass sie liebenswert bleibt. In vielen Einzel- und Gruppengesprächen wird jedoch immer wieder deutlich, dass sie sich mehr Unterstützung und eine offenere, zugewandte Kommunikation wünschen. Nicht wenige sind in Sorge um die weitere Entwicklung der Gemeinde. Bleibt die Wedemark dörflich? Finden unsere Kinder einmal bezahlbaren Wohnraum in ihrer Heimat? Bekommen wir irgendwann den Umleitungsverkehr durch die Dörfer in den Griff? Und: Können wir „die kleinen Dinge“ wie eine Grüngutannahmestelle oder den Supermarkt erhalten, die so wichtig für das Leben in den kleinen Ortschaften sind?

Auf viele dieser Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Manchmal müssen wir auch über Widersprüche sprechen und darüber, wie wir diese auflösen. Die Wohnverhältnisse zum Beispiel haben sich auch in der Wedemark verändert, Familien wohnen heute nicht mehr mit drei Generationen unter einem Dach. Damit steigt der Bedarf an Wohnraum pro Kopf, der Verbrauch zusätzlicher Flächen und neue Wohneinheiten verändern das Ortsbild. Das wollen nicht alle. Und doch ist es nötig, für Familien, alleinerziehende Eltern und Alleinstehende jedes Alters bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, um ihnen ein Leben in der Heimat zu sichern.

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Eine offene Kommunikation und nachvollziehbare Erklärungen sind wie so häufig der Schlüssel zum Erfolg. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir eine große Mehrheit hinter dem Wohnungsbau in der Wedemark versammeln können, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Erstens müssen diese Wohnungen für Wedemärker sein, und sie müssen sozial gefördert sein, damit jeder davon profitieren kann. Zweitens müssen sich die neuen Wohnungen gut ins Dorf einfügen. Dabei will ich die bisherigen Anwohnerinnen und Anwohner über eine Gestaltungssatzung eng einbinden.

Überhaupt ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an künftigen Entscheidungen der Gemeinde für alle Teilnehmenden an den Gartengesprächen ein relevantes Querschnittsthema. Ich werde als Bürgermeister die Rolle der Ortsräte und Ortsbürgermeister stärken und ihnen mehr Gestaltungs- und Einflussmöglichkeiten einräumen. Ich werde Dialogveranstaltungen durchführen und in die Gemeinde hineinhören. Wie wollen wir im Jahr 2040 in der Wedemark leben, arbeiten und uns fortbewegen? Was sind die Prioritäten in den kommenden Jahren, und sind wir in der Lage, eine Mehrheit für den dann eigeschlagenen Weg zu finden?

Vor uns liegen richtungsweisende Entscheidungen. Ich möchte sie mit den Bürgerinnen und Bürgern treffen.