Marco Zacharias
Bürgermeister für die Wedemark

Stichwahl am 26.09.21

Marco Zacharias

Bezahlbare Wohnungen, sichere Radwege & innovativer Klimaschutz mit Bürgerbeteiligung

1. Wohnraum für Wedemärker schaffen und das Ortsbild erhalten

Bezahlbarer Wohnraum für die Wedemärker. In der Wedemark fehlt es an Wohnraum für Familien ebenso wie für Alleinstehende aller Altersgruppen. Insbesondere für Menschen mit geringem Einkommen ist es nahezu unmöglich, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Aber auch in den Neubaugebieten entstehen hauptsächlich Häuser und Wohnungen der gehobenen Preisklasse. Lokal steigende Baulandpreise, global steigende Baukosten sowie immer mehr Auflagen des Gesetzgebers tragen zur weiteren Verteuerung bei. Der soziale Wohnungsbau ist in einer Schieflage. Es werden nicht so viele Wohnungen gebaut, wie jedes Jahr aus der Sozialbindung fallen. Ich werde darauf reagieren und mich dafür einsetzen, dass mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird.

Wohnraum sozial fördern. Das weitere Ansteigen der Mieten will ich verhindern, den Wohnungsbau intensivieren und dabei auch sozial geförderten Wohnraum schaffen. In Gesprächen mit Investoren werde ich darauf hinwirken, dass die Förderung preisgünstigen Wohnraums nicht zu höheren Mieten an anderer Stelle im geförderten Objekt führt. Um eine größtmögliche gesellschaftliche Durchmischung zu erzielen, möchte ich sozial geförderte Wohnungen in jedem neuen Mehrfamilienhaus vorsehen, das auf kommunalem Bauland entsteht.

Alle Potentiale ausschöpfen. Die Flächen für neue Wohngebiete sind begrenzt, das Zusammenwachsen der Ortsteile sollte möglichst vermieden werden und die Feldmark im Sinne der Land- und Forstwirtschaft, des Umweltschutzes und der Naherholung erhalten bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, werden neben der bedarfsgerechten Ausweisung von Neubaugebieten auch andere Formen der Bebauung erforderlich sein. So kann einerseits der notwendige Wohnraum geschaffen und andererseits das Erscheinungsbild der Ortschaften erhalten werden. Durch den verstärkten Bau von seniorengerechten Wohnungen möchte ich für ältere Mitmenschen zudem einen Anreiz schaffen, in eine Wohnung mit besserer Infrastruktur zu ziehen, so dass dadurch mehr Wohnraum für Familien zur Verfügung steht und Flächenversiegelung minimiert wird.

Ortsbild erhalten und Infrastruktur nutzen. Je nach Ortschaft kommen unterschiedliche Instrumente für den Wohnungsbau in Frage, beispielsweise die Umwandlung alter Hofgebäude zu kleinen Wohneinheiten, in den größeren Ortschaften entlang der Bahntrasse eine intelligente Nachverdichtung und die Nutzung brachliegender, innerörtlicher Flächen. Auch Neubaugebiete sind noch möglich. Um die zur Verfügung stehenden Flächen in Neubaugebieten wie in den alten Ortskernen so gut wie möglich zu nutzen, werde ich neben Einfamilien- und Reihenhäusern stets auch Mehrparteienhäuser dort planen, wo mit kurzen Wegen auf eine bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden kann. Mithilfe eines Bebauungsplans oder einer Gestaltungssatzung werde ich die bereits in der Wedemark lebenden Anwohnerinnen und Anwohner an der Planung beteiligen.

Die Bürger mitnehmen. Den Zielkonflikt zwischen der Schaffung neuen Wohnraumes und dem Erhalt des dörflichen Charakters möchte ich durch eine sich gut einfügende Architektur, eine kluge Verkehrsplanung sowie eine frühzeitige Beteiligung der bereits in der Wedemark lebenden Bürgerinnen und Bürger auflösen. Auch eine stärkere Berücksichtigung Wedemärker Familien bei der Vergabe von Bauland mithilfe des umzusetzenden „Einheimischenmodells“ wird zu einer größeren Akzeptanz von Baumaßnahmen führen. Kommunikation ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Nur gemeinsam werden wir unserer Verantwortung gerecht, bezahlbares Wohnen in der Wedemark zu ermöglichen.

2. Anpassung an den Klimawandel und Anreize für Klimaneutralität

Neubaugebiete pfiffig planen. Bei der Planung von Neubaugebieten lege ich Wert darauf, dass Klimaneutralität und umweltschonende Bauweisen beachtet werden. Anreize für den Bau von Photovoltaik-Anlagen oder eines Passivhauses werde ich ebenso schaffen wie klare Vorgaben zur Minimierung der Flächenversiegelung. Grün- und Begegnungsflächen gehören ebenso dazu wie beispielsweise die Begrünung zentraler Stellflächen oder der Verzicht auf Schottergärten. Auf öffentlichen Flächen werde ich die Versiegelung so gering wie möglich halten und ökologisch sinnvolle Alternativen wie Rasengittersteine vorsehen.

Dachflächen konsequent nutzen. Auf den Dächern von Wohn- und Gewerbeimmobilien sowie öffentlicher Bauten bestehen enorme Potenziale für die dezentrale Gewinnung regenerativer Energie. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, werde ich mich bei kommunalen Neubauten und im Rahmen energetischer Sanierungen für die Installation von Photovoltaik-Anlagen (PV) stark machen. Darüber hinaus möchte ich auch die Eigentümer privater und gewerblicher Immobilien – sofern noch nicht geschehen und wirtschaftlich darstellbar – davon überzeugen, PV-Anlagen auf ihren Dächern zu installieren. Hierzu werde ich die Beratung intensivieren, insbesondere bei Neubauten und bei Eigentümerwechseln, die häufig mit Umbauten einhergehen.

Solar- und Windenergie bedarfsgerecht ausbauen. Das Land Niedersachsen wird zur Einhaltung des verfassungsrechtlich vorgeschriebenen Ziels der Klimaneutralität verstärkt auf Solar- und Windenergie setzen. Im Rahmen der überregionalen Raumordnung wird sich auch die Wedemark an diesem Ausbau beteiligen müssen, um den eigenen Anteil an den Zielvorgaben zu erfüllen. Allein mit der Bestückung der Dächer mit PV-Anlagen wird dieser Anteil jedoch nicht zu erfüllen sein, sodass auch der Bau von Solar- und Windkraftanlagen in Betracht gezogen werden muss. Ich werde die Bevölkerung frühzeitig und eng in die Planung einbeziehen und Möglichkeiten prüfen, sie auch finanziell profitieren zu lassen.

Bürger einbeziehen. Mit der Genossenschaft Bürger.Energie.Wedemark, den Landwirten, dem NABU oder der Gruppe „Parents for Future“ verfügt die Wedemark über zahlreiche gesellschaftliche Akteure, die sich nicht nur dem Klimaschutz verschrieben haben, sondern darüber hinaus über enormes Wissen verfügen oder sogar eigenes Kapital einbringen. Dieses Wissen gilt es im Sinne der Gemeinde zu nutzen und in die politischen Beratungen einzubeziehen, beispielsweise im Rahmen eines neuen Ausschusses für Klima- und Umweltschutz oder einem Bürger-Klimarat, der die politischen Entscheidungsträger berät. Fortlaufende Informations- und Dialog-Veranstaltungen tragen zudem dazu bei, die Bevölkerung bei allen Maßnahmen mitzunehmen und von den Vorteilen zu überzeugen.

3. Persönlicher Einsatz für Radwege, mehr Verkehrsfluss und den ÖPNV

In sichere Radwege und E-Mobilität investieren. Um den Autoverkehr innerhalb der Gemeinde sowie den Pendelverkehr nach Hannover und damit die CO2-Emissionen zu reduzieren, werde ich starke Anreize für den Umstieg auf das Fahrrad, das E-Auto und den Nahverkehr schaffen. Hierbei stehen und fallen alle Bemühungen mit der Verkehrssicherheit insbesondere für Kinder und Senioren, der Verfügbarkeit von E-Ladesäulen entlang von Straßen und Radwegen sowie ausreichend überdachten, sicheren Stellflächen an den S-Bahnhöfen. Kurzfristig werde ich das Radverkehrskonzept der Gemeinde haushaltsrechtlich absichern, um die geplanten Sanierungs- und Neubaumaßnahmen umsetzen zu können. Langfristig möchte ich mich für ein autarkes Radwegenetz quer durch die Wedemark, das alle Ortsteile miteinander verbindet, einsetzen, um den Radverkehr deutlich attraktiver und vor allem sicherer zu gestalten.

Umleitungsverkehr steuern. Die Gemeinde hat leider keinen direkten Einfluss auf den Umleitungsverkehr, der durch Unfälle und Baumaßnahmen auf den Autobahnen entsteht und sich seinen Weg durch die Wedemark bahnt. Gleichwohl werde ich die damit einhergehenden Belastungen für die Einwohnerinnen und Einwohner auf höherer Ebene mit aller Deutlichkeit immer wieder thematisieren und gegenüber den Verantwortlichen um mehr Unterstützung für die Wedemark werben. Darüber hinaus werde ich den Kontakt zu den führenden Navigationsanbietern wie Google und TomTom suchen, um den Umleitungsverkehr gezielt über die Landesstraßen und nicht über Nebenstraßen zu führen. In dieser Angelegenheit werde ich mich zudem mit den Bürgermeistern ähnlich betroffener Gemeinden zusammenschließen, um gemeinsam mehr Einfluss nehmen zu können.

Schrankenschließzeiten im Blick. Die langen und teilweise ungünstig aufeinander abgestimmten Schließzeiten an den Bahnübergängen sind seit Jahrzehnten ein großes Ärgernis und führen gerade in Stoßzeiten zu Staus. Offenkundig haben die bisherigen Anstrengungen der Gemeinde nicht gefruchtet. Ich werde einen neuen Versuch unternehmen, alle Entscheidungsträger von Region, Land und Deutscher Bahn an einen Tisch zu bringen, um substanzielle Verbesserungen für die Wedemärkerinnen und Wedemärker herbeizuführen. Hierzu werde ich Allianzen mit Bürgermeistern anderer, ebenfalls betroffener Gemeinden schließen, um dieser Forderung mehr Nachdruck zu verleihen. Sprinti-Angebot optimieren. Der Ruf-Bus „Sprinti“ stellt eine gute Alternative zum Individualverkehr dar. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzen das Angebot. Ich werde dieses auf dreieinhalb Jahre angelegte Pilotprojekt intensiv begleiten. Wenn das Projekt sich als erfolgreich bewährt, werde ich mich gegenüber der Region Hannover mit Nachdruck für den Erhalt und einen Ausbau dieses Angebots einsetzen.