Marco Zacharias
Bürgermeister für die Wedemark

Stichwahl am 26.09.21

Marco Zacharias

Antworten auf die Fragen des NABU an die Bürgermeister-Kandidaten

1.1 Werden Sie das Problem der Lichtverschmutzung in der Wedemark angehen? Wenn ja, welche konkreten Ideen haben Sie?

Ich sehe die durchgängige Straßenbeleuchtung in der Nacht ausgesprochen kritisch. Aus Gründen der Energiesparsamkeit sowie des Tier- bzw. Insektenschutzes befürworte ich daher den Einsatz von Bewegungsmeldern und LED-Lampen mit geringeren Streueffekten. Eine gänzliche Abstellung der nächtlichen Straßenbeleuchtung lehne ich jedoch ab, um die Verkehrssicherheit ebenso wie das allgemeine Sicherheitsgefühl in der Wedemark nicht zu gefährden. Im Bereich der privaten Lichtnutzung – beispielsweise im heimischen Garten – werde ich die Beratung intensivieren und in Gesprächen darauf hinwirken, besonders störende, beleuchtungsstarke Strahler nicht mehr zu verwenden. Gerne in Zusammenarbeit mit dem NABU und anderen Akteuren des Umweltschutzes!

1.2 Werden Sie sich dafür einsetzen, die Gestaltung von öffentlichen Flächen innerorts sowie Privatgärten im Sinne der Erhaltung der einheimischen Artenvielfalt zu fördern? Wenn ja, welche konkreten Ideen haben Sie?

Im Bereich der öffentlichen Freiflächen und Grünanlagen werde ich mit gutem Beispiel vorangehen und eine Bepflanzung mit heimischen Arten vorsehen. Auf Rasenflächen, die keiner speziellen Nutzung dienen, sollten mittelfristig insektenfreundliche Blühwiesen entstehen. Im Bereich der Privatgärten werde ich die Beratung durch die Gemeindeverwaltung ausbauen und bereit sein, in Zusammenarbeit mit dem NABU und anderen Akteuren des Umweltschutzes eine Informations- und Mitmach-Kampagne zu initiieren.

1.3. Werden Sie sich für den Baumschutz und die ortsbildtypische Baumnachpflanzung im Sinne der Generationengerechtigkeit einsetzen? Wenn ja, welche konkreten Ideen haben Sie?

Der Schutz ortsbildprägender Bäume hat für mich größte Bedeutung. Sie im Rahmen von Bebauungsplänen und des Baumdenkmalschutzes vor der Abholzung zu bewahren, ist für mich selbstverständlich, ebenso die nachhaltige Aufforstung auf öffentlichen Flächen, sofern keine andere Nutzung vorgesehen ist. Bei der künftigen Planung von Neubaugebieten, aber auch im Zusammenhang mit der baulichen Verdichtung zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums müssen wir im Zuge der Klimafolgenanpassung ausreichend Grünflächen sowie die artgerechte Bepflanzung mit heimischen Bäumen vorsehen. Im privaten Bereich möchte ich ein Baumpaten-Programm ins Leben rufen, das Grundstückseigentümer beim Schutz und der Pflege größerer Bäume finanziell unterstützt.

2.1 Werden Sie das Problem des deutlich zu hohen Flächenverbrauches in der Wedemark angehen? Wenn ja, welche konkreten Ideen haben Sie?

Mein Ziel ist, die widerstreitenden Interessen im Zusammenhang mit dem zunehmenden Flächenverbrauch zusammenzuführen und die einhergehende Versiegelung so minimal wie möglich zu halten. Bisher unbeplante Flächen sollten nur dann verbraucht werden, wenn dies aufgrund übergeordneter Interessen erforderlich ist. Dazu gehören für mich die Schaffung neuen Wohnraums für Wedemärkerinnen und Wedemärker sowie die bedarfsgerechte Ausweisung von Gewerbeflächen, um die erforderlichen Einnahmen zur Deckung der steigenden Gemeindeausgaben zu sichern. Ich werde mich dafür einsetzen, die verbrauchten Flächen so effizient wie möglich zu nutzen. So setze mich beispielsweise dafür ein, Dächer mit PV-Anlagen auszustatten oder zu begrünen und auf Stellflächen den Einsatz von Rasengittersteinen vorzusehen, sofern die Barrierefreiheit gewährleistet bleibt.

2.2 Werden Sie bei zukünftigen Baumaβnahmen die Verwendung von «grünen» Belägen empfehlen bzw. für Bestandsbauten Maβnahmen zur Entsiegelung von Park- und Stellflächenfördern? Wenn ja, haben Sie weitere, konkrete Ideen?

Ich werde bei allen privaten Baumaßnahmen „grüne“ Beläge empfehlen und die Beratung entsprechend ausbauen. Im Bereich der öffentlichen Liegenschaften werde ich mit gutem Beispiel vorangehen. Hierzu gehört für mich auch die sukzessive Entsiegelung von Park- und Stellflächen im Zusammenhang mit ohnehin dort anfallenden Baumaßnahmen. Bei öffentlichen Neubauten werde ich die Versiegelung so gering wie möglich halten, die Barrierefreiheit allerdings immer im Blick behalten.

2.3a Befürworten Sie die Einführung eines qualifizierten Ausgleichsmanagements mit Wirkungskontrolle in der Gemeinde Wedemark?

Die Nutzung der Ausgleichsflächen muss den naturschutzfachlichen Anforderungen entsprechen. Dies gilt es zu kontrollieren. Entscheidungen der Vergangenheit, eine ökologisch bereits hochwertige Brachfläche mit zahlreichen Insekten und Kriechtieren zu einer weniger wertvollen Waldfläche umzuwidmen, dürfen sich nicht wiederholen. Daher werde ich als Bürgermeister dem Rat nicht nur den Ort einer neuen Ausgleichfläche mitteilen, sondern auch, welche naturschutzfachliche Nutzung auf der neuen Fläche vorgesehen ist. Sollte sich in den Beratungen herausstellen, dass das vorgesehene Flurstück bereits einen hohen ökologischen Wert aufweist, sollte eine andere Ausgleichsfläche ausgewiesen werden, deren ökologischer Wert tatsächlich verbessert werden kann.

2.3b Können Sie sich vorstellen, die vertraglichen Grundlagen für die Nutzung der Grünflächen in Gemeindeeigentum nach naturschutzfachlichen Kriterien zu überarbeiten?

Es gibt bereits Initiativen von Landwirten, Jägern und Umweltschützern, die notwendigen Arbeitsschritte tierfreundlich zu gestalten. So kommen in der Wedemark schon Drohnen zu Einsatz, die vor dem Mähen die Rehkitze aufspüren. Insektenhotels und das einseitige Ausmähen der Entwässerungsgräben bringen unserer Tierwelt Unterschlupf und Nahrung. Diese Möglichkeiten begrüße und unterstütze ich ausdrücklich. Wo Nutzer noch nicht ausreichend für diese wichtigen Maßnahmen sensibilisiert sind, werde ich in Gesprächen entsprechend beraten und auf Unterstützungsprogramme durch die Region oder die EU hinweisen. Mittelfristig braucht es allerdings einen klaren gesetzlichen Rahmen, für den Land und Bund sorgen müssen. Dies betrifft beispielsweise das Drohnen-Überflugverbot in Naturschutzgebieten, das dem Artenschutz nicht zwangsläufig dient.